Nach den ersten drei Teilen (Wie wird man Heilpraktiker? , Was lernt man als Heilpraktiker? und Wieso wird man Heilpraktiker?) geht es heute um die Frage, ob der Heilpraktiker wirklich ein Heiler für Körper, Geist und Seele ist.

Die Fakten


Zunächst einmal die Fakten. Von meinen 5600 zu lernenden Seiten für die HP-Ausbildung, fallen nur 173 Seiten in den Bereich Psyche. Das sind gerade einmal 3%.

Denn was viele nicht wissen, auch bei den Heilpraktikern gibt es eine Unterteilung. Es gibt  den „großen HP“, also die Heilpraktikerausbildung wie ich sie mache, bei der das Hauptaugenmerk auf dem Körper und den körperlichen Erkrankungen liegt .Außerdem gibt es den „kleinen HP“ oder auch HPP (Heilpraktiker für Psychotherapie), bei dem das Hauptaugenmerk auf der Psyche und den psychischen Erkrankungen liegt. Das man den HPP auch „kleinen HP“ nennt, liegt daran, dass die Ausbildung insgesamt weniger Themen umfasst. Außerdem darf der HPP nicht alles was der HP darf. Der HPP darf zum Beispiel nicht invasiv arbeiten.

 

Körper und Seele sind eng verbunden

Als ich mich damals für die Ausbildung zum Heilpraktiker entschieden habe, kam der HPP für mich gar nicht in Frage. Mir war völlig klar, dass ich auf der körperlichen Ebene arbeiten möchte. Das die körperliche und die seelische Ebene viel enger zusammenhängen als ich dachte wurde mir erst nach und nach klar.

Es begann mit der Ausbildung zum Lebensberater für die mich entschloss, da ich sie als eine gute Ergänzung zu den Bachblüten sah. In der Ausbildung habe ich gelernt Dinge neu zu sehen und neu zu bewerten. Ich habe auch persönlich begonnen den Blick immer mehr aufs Positive zu lenken. Nach und nach habe ich gespürt wie es mir auch körperlich besser ging. Nach einiger Zeit befasste ich mich auch mit Entspannungsmethoden die meine körperlichen Symptome weiter verbesserten.

So hatte ich beispielsweise jahrelang immer wieder starke Spannungskopfschmerzen. Schmerztabletten halfen wenn dann nur kurzfristig und auch Osteopathie, Homöopathie und Schüsslersalze kamen nur kurzfristig gegen sie an.

Seit ich die Entspannungsübungen fest in mein Leben integriert habe, habe ich viel seltener starke Kopfschmerzen und wenn sie doch mal wieder kommen habe ich Mittel dagegen.

Das ganze hat nichts mit Kindheitstraumata oder sonstigen Dingen zu tun, an die man vielleicht denkt, wenn man das Wort Psychotherapie hört. Es ist ein logischer Prozess. Wenn ich durch eine Entspannungsübung meine Muskeln entspannen kann, führt dies zur Abnahme der, durch innere Anspannung, ausgelösten Kopfschmerzen. Wenn meine Muskeln entspannt sind fühlt sich meiner Körper aber auch nicht mehr in Alarmbereitschaft und es geht meiner Seele besser.

Ein anderes Beispiel ist der Burnout. Den meisten Menschen ist der Burnout als eine rein psychische Krankheit bekannt. Dabei haben sich oft schon zu Beginn des Burnouts verschiedene Hormonwerte im Körper verändert. Hier sollte also körperlich und seelisch gearbeitet werden!

 

Wieso sich der HP auch mit der Psyche beschäftigen sollte:

Auch wenn es also nicht unbedingt notwendig für den Heilpraktiker ist, ein Experte im Bereich Psyche zu sein, hilft es doch viel sich auch als Heilpraktiker mit einigen seelischen Komponenten auseinander zu setzen.

Viele Therapien die der Heilpraktiker mit seinem Patienten beginnt sind langwierig. War vor allem daran liegt, dass der Heilpraktiker oft als die letzte Lösung gewählt wird. Wenn kein Arzt mehr helfen kann, versucht man es eben beim Heilpraktiker. Das heißt die Schmerzen bestehen oft schon so lange, dass sie sich ganz tief ins Schmerzgedächtnis eingegraben haben. Sie da raus zu bekommen, ist nicht nur körperliche sondern auch mentale Arbeit.

Hinzu kommt, dass der Heilungsprozess oft nicht linear verläuft. Es kann immer mal wieder zu Rückschlägen kommen, die von einem HP der die Seele integriert besser aufgefangen werden können.

Auch die Sprache die der HP benutzt wirkt auf den Patienten. Wer schon hier beginnt wertschätzend zu sprechen und negative Worte zu vermeiden, sorgt für eine optimistische und positive Behandlungsatmosphäre.

Nur wenn der HP seinem Patienten die positive Sichtweise vorlebt, kann er ihm auch glaubhaft vermitteln, das sie sinnvoll ist. Das fängt schon bei der Wortwahl als solches an und zieht sich über das Refraiming bis hin zur nonverbalen Kommunikation.

Aus all diesen Gründen, bin ich sehr froh den Kurs zum Lebensberater gemacht zu haben, auch wenn ich dadurch die Heilpraktikerausbildung zeitweise hinten an gestellt habe. Allerdings ist der Lebensberater kein Psychotherapeut. Den genauen Unterschied könnt ihr hier nachlesen.

So können kleinere seelische Blockaden auch als Lebensberater gelöst werden. Für seelische Erkrankungen (die man im übrigen als HP rein rechtlich auch behandeln dürfte) würde ich den Patienten allerdings doch zu einem HPP oder Psychologen schicken.

 

Viele Ansätze in der Naturheilkunde

Auch wenn der Schwerpunkt der meisten HPs auf der körperlichen Seite liegt, wirken viele in der Naturheilkunde eingesetzten Mittel auf körperlicher und seelischer Ebene. Hier liegt ein guter Ansatzpunkt um den Patienten wirklich ganzheitlich zu behandeln und ihn nicht ähnlich wie es ein Schulmediziner tun würde nur „Pillen“ schlucken zu lassen.

Heilpraktiker – Ein Heiler für Körper, Geist und Seele?

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