Die Vergleiche beginnen schon in der Kindheit

Schon als kleine Kinder beginnen wir uns mit anderen zu vergleichen. „Wer hat das tollere Spielzeug?“ „Wer hat die leckersten Pausensnacks und wer nur ein labberiges Brot?“ In der Schule geht es dann weiter: „Wer ist am Besten in Mathe?“ „Wer springt oder wirft weiter?“ „Wer hat die beste Note im Diktat, wer hat eine Schlechte?“ das ganze Schulsystem ist auf einem Vergleich der Schüler ausgelegt.

Dabei vergessen wir oft, dass wir alle Individuen sind und jeder andere Stärken und Schwächen hat. Wir haben anderes Genmaterial, eine andere Erziehung, eine andere Lebensgeschichte und trotzdem fühlen wir uns oft traurig wenn jemand anderes etwas besser kann als wir selbst. Es ist als würde man Fische, Affen und Leoparden nach einander im Schwimmen, Klettern und Laufen testen. Nieemand würde erwarten, dass hier alle in allen Disziplinen gleich gut abschneiden. Trotzdem erwarten wir von uns alles zu können.

 

Wieso wir uns immer nur mit uns selbst vergleichen sollten

Wenn ich mich als Kind mit anderen verglichen habe, kam von meinem Vater oft der weise Satz: „Vergleich dich nicht mit anderen, sondern mit dir selbst.“

Soll heißen: Wenn ich jetzt eine 3 im Diktat habe und vorher immer eine 4 hatte, kann ich stolz darauf sein, auch wenn meine Sitznachbarin eine 1 hat.

Doch auch außerhalb der Schule macht es mehr Sinn, sich mit sich selbst als mit anderen zu vergleichen. Wenn ich auf Grund meiner Fußschmerzen bei einer Wanderung nicht teilnehmen kann, kommen mir schnell Sätze in den Kopf wie: „Die anderen haben es gut, die können Wandern gehen und ich nicht. Ich bin weniger mobil. Ich habe mit meinem Körper Pech gehabt“.

Doch wenn ich dann beginne mich auf mich zu konzentrieren und mir überlege, dass ich in letzter Zeit schon viel weitere Strecken mit meinem Fuß laufen konnte als noch vor zwei Jahren, dann beginne ich mein eigenes Leben positiver zu bewerten. Ich überlege, wie es zu dieser positiven Entwicklung gekommen ist und was ich machen kann damit es weiter Berg auf geht.

 

Wie Social-Media unser Selbstbewusstsein dämpft

Hinzu kommt, dass gerade Menschen mit wenig Selbstbewusstsein bei anderen immer nur das sehen, was die anderen besser können. Ich muss zu geben in einer Welt in der alle ihr scheinbar perfektes Leben in sozialen Plattformen darstellen fällt man bei dem Vergleich mit anderen immer direkt durch. Denn wer postet schon, wenn er krank ist oder traurig oder es auf der Arbeit nicht gut läuft oder oder oder…

Nein wir bekommen Urlaubsbilder von perfekten Körpern, in perfekten Klamotten, mit den perfekten Partnern und mit perfektem Essen gezeigt. Da fällt es leicht sich zu denken: „Wow bei dem ist alles perfekt! Was mache ich falsch?“

Dass das, was wir von anderen sehen oft nur das „Best-Of“ ihres Lebens ist machen wir uns viel zu selten bewusst. Dabei ist es ja nicht nur schlecht, wenn anderen nur die tollen Sachen posten. Denn im Prinzip lenkt jeder der etwas Schönes postet seinen Blick zu mindest für diesen Moment auf eine schöne Sache in seinem Leben und setzt somit auch dem vielem Hass der sich im Internet immer mehr verbreitet mit positiver Energie etwas entgegen.

 

Es ist unsere Wahl wie wir damit umgehen…

Es hängt also, wie fast immer, von unserer Bewertung ab. Freuen wir uns an Bildern mit leckerem Essen und bekommen auch Lust etwas zu kochen? Genießen wir es ein schönes Urlaubsbild zu sehen und kommen auch gleich in eine entspanntere Stimmung oder fragen wir uns weiter: „Wieso ist mein Leben nicht perfekt?“

Wie Vergleiche unser Leben prägen

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