Eigentlich sollte das hier ja einen Beitrag über meinen achtsamen Fotospaziergang werden, doch angesichts der Fridays for future – Bewegung und all den Demos, die heute am 20.09.19, dies bezüglich statt finden, habe ich mich dann doch für einen anderen Artikel entschieden.

Keine Sorge es geht trotzdem ums Spazieren, und auch ums achtsam sein. Um genau zu sein geht es um eine tolle, umweltbewusste Möglichkeit Zeit in der Natur zu verbringen. Alles was du brauchst ist ein Eimer oder eine Tüte und, vor allem für alle die Wert auf Hygiene legen, ein paar Handschuhe. Dann kann er auch schon los gehen: der achtsame Müll-Sammel-Spaziergang.

Wie ich darauf kam?

Tagelang bin ich immer wieder durchs Dorf und durch den Wald spaziert und habe mich über den dort herum liegenden Müll aufgeregt. Erstens über die Menschen, die den Müll dort hin werfen, zweitens über das traurige Bild des vermüllten Waldes und drittens darüber, dass ich mal wieder kein Behälter dabei hatte um den Müll einzusammeln.

Dann sah ich einen Artikel in der lokalen Zeitung. Mehrere Jugendliche im Dorf, gehen regelmäßig ihre Runden und sammeln Müll. Ich war begeistert von so viel Engagement und dachte mir, was die können, kann ich auch!

Los geht’s

Also bin ich mit Mann und Eimer los gezogen. Und was soll ich sagen? Es war ein wirklich achtsamer Müll-Sammel-Spaziergang. Wenn man den Vorgang reframet, könnte man es mit dem Ostereier-Suchen vergleichen, das wir alle gerne als Kinder getan haben. Wir liefen über alle möglichen Wiesen durchs Dorf und sammelten und sammelten. Plötzlich nimmt man seine Umwelt ganz anders war. Denn während der Blick beim normalen Spaziergang ja eher nach vorne gerichtet ist, sahen wir nun vor allem auf dem Boden.

Im Wald war es gar nicht so leicht Schneckenhäuser, Rindenstücke und Steine von Taschentüchern, Zigarttenpackungen und anderem Müll zu unterscheiden. Was zu lustigen Dialogen führte: „Ah ich hab wieder was! Ach Mist doch nur ein Stein“ rief ich meinem Mann zu. Ich war schon so in der Sammellaune, dass ich mich über jedes Stück Müll das ich entdeckte freute. „Sei doch froh, ist doch besser wenn ein Stein im Wald liegt, als wenn Müll hier rum liegt.“ antwortete mein Mann.

Wie der Müll lebendig wird

Doch nicht nur die vielen schönen Dinge die man auf dem Boden sieht laden zum Fantasieren ein. Auch der Müll erzählt Geschichten. Hier eine leere Brötchentüte neben der Bank, auf der sich vielleicht gestern noch jemand ein leckeres Teilchen gegönnt hat. Ein paar Schritte weiter eine leere Zigarettenschachtel neben der Baustelle. Hier standen vor kurzem wohl noch ein paar Arbeiter und haben gemeinsam ihre Pause verbracht. Im Wald gleich mehrere Vodka-Flaschen, haben hier Jugendliche heimlich getrunken? Oder sind es noch Reste von der Vatertags-Wanderung? Überall wird der Müll plötzlich lebendig.

Am Ende des Spaziergangs ist unser Eimer voll, der Wald und die Bewegung haben auf ganz natürliche Weise unsere Gesundheit gestärkt, unsere Fantasie wurde angeregt und wir haben sogar noch etwas Gutes für die Umwelt getan, und das ganze hat keinen Cent gekostet.

Also auf geht‘s schnappt euch euren Eimer und zieht los!

Umweltschutz und Achtsamkeit

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